Es ist ein strahlend-schöner, angenehm warmer Sommertag - am Vormittag sogar wolkenlos -, als unsere Gruppe, bestehend aus 4 Männern und 3 Frauen, den Weg vom Weichtalhaus in die gleichnamige Klamm einschlägt. Enge Passagen, wo die Felswände meterhoch aufragen, oft den einen oder anderen Knick machen und Felsstufen über einige Meter kletternd überwunden werden müssen, wechseln sich mit Passagen ab, wo sich dieses Engtal am südlichen Ausläufer des Schneebergmassivs weitet und Raum gibt für üppig-grüne Vegetation. Nachdem wir gemütlich durch die kühle Klamm gewandert sind und die mit Leitern und Ketten versicherten Felsen erfolgreich überklettert haben, erreichen wir nach zwei Stunden bei einer Forststraße das obere Ende der Klamm. Von dort geht es noch eine gute halbe Stunde, an einer Quelle vorbei durch einen Wald, zuletzt steil einen Bergrücken hinauf zur Kienthalerhütte, die bereits von vielen anderen Wanderern frequentiert wird. Bei Kürbiscremesuppe, Dosenbier und Schiwasser können wir in der Sonne vor der Hütte ein wenig rasten, zum Turmstein, auf den ein Klettersteig führt, hinauf- und zur Rax hinüberblicken. Gestärkt steigen wir auf demselben Weg zur Forststraße ab, wandern auf dieser ein Stück, bis links der Ferdinand-Mayr-Weg abzweigt, der sich im Wald gemütlich bergab schlängelt. Durch den Wald können wir die links unten liegende Klamm erahnen, bevor wir bei einem Kreuz (zum Gedenken an einen tödlich verunglückten Forstarbeiter) eine baumlose Geländekante oberhalb der Klamm erreichen, die auch einen Blick auf das Höllental ermöglicht. Nach zwei Stunden Abstieg sind wir wieder im Höllental angelangt. Von der großen Brücke beim Weichtalhaus genießen wir noch den Blick auf die wildromantische Schwarza, bevor wir die Wanderung im Weichtalhaus kulinarisch ausklingen lassen.
Wir waren viereinhalb Stunden unterwegs und haben 800 Höhenmeter im Auf- und Abstieg bewältigt.
Wir alle waren von der Wild- und Schönheit dieses einmaligen Naturdenkmals am Fuße des Schneebergs fasziniert, konnten aber auch eine reichlich blühende Flora bewundern.