Nachdem wir die beiden Autos am Parkplatz bei der Maigenmühle an der Kleinen Krems abgestellt haben, starten wir – 6 Frauen und 3 Männer – um 9:20 Uhr unsere Wanderung im südlichen Waldviertel. Nach der Hitzewelle der letzten beiden Wochen tun die niedrigeren Temperaturen – für das Waldviertel ist ein Tageshöchstwert von maximal 20 Grad prognostiziert – gut; die Sonne, manchmal von Wolken verdeckt, sollte uns den ganzen Tag begleiten. Von den Gewittergüssen des gestrigen Tages ist alles noch nass, die Wege teilweise ziemlich gatschig. Wir gehen entlang der Kleinen Krems zur in Privatbesitz befindlichen Burg Hartenstein, an ihr links vorbei ans andere Ufer. Auf Höhe der Gudenushöhle, die leider noch immer nicht zugänglich ist, da der Steg über die Kleine Krems abgetragen wurde, biegen wir links auf den alpinen, blau markierten „Höhlensteig“ ab, der uns in wenigen steilen Kehren den Waldhang hinauf zur Eichmayerhöhle führt, die wir mit unseren Stirnlampen erkunden. Der mit Drahtseilen gesicherte Weg führt uns weiter zum „Steinernen Saal“, eine Halbhöhle, mit zahlreichen kunstvoll aufgeschlichteten Steinmännern; wir klettern durch einen schmalen Spalt im Felsen und steigen weiter auf zu einer Felskanzel, die den mystischen Namen „Teufelsrast“ trägt; dort legen wir eine kurze Trinkpause ein und genießen die Aussicht auf den gegenüberliegenden Wotansfelsen, das tief eingeschnittene Tal der Großen Krems und die im dunstigen Sonnenlicht liegende Landschaft. Bald verlassen wir den Wald und befinden uns auf der freien Hochfläche; im Norden können wir bereits die Burg von Albrechtsberg erkennen. Wir wandern bequem bis knapp vor Purkersdorf, biegen rechts ein Stück durch die Felder ab, bis wir den alten Fahrweg erreichen, der uns gemütlich bergab ins Tal der Großen Krems bringt. Unterwegs können wir ein riesiges Lupinenfeld bewundern. Im Tal der Großen Krems angelangt, brauchen wir nur dem Kremstalweg „625“ folgen; mehrmals wechseln wir über metallene Stege das Ufer der Großen Krems, wandern bald direkt am Ufer entlang, bald hoch über dem Fluss im dichten Wald. Einmal verlassen wir den markierten Weg, um die auf einem Teich blühenden Seerosen näher zu betrachten; da wir nicht zum markierten Weg zurückgehen wollen, gehen wir direkt am Ufer weiter, müssen dann aber die Große Krems zu Fuß überqueren, was teilweise nicht ohne nasse Schuhe abgeht. Wir erreichen Brauhaus, wandern durch ein Sägewerk und am Heimatmuseum vorbei. Ein Waldweg führt schließlich hinauf nach Albrechtsberg, mit 686 m Seehöhe der höchste Punkt unserer Wanderung, wo wir in einem Gasthaus einkehren. Nachdem wir auf der Terrasse gut gespeist haben, brechen wir um halb drei Uhr zur letzten Etappe auf. Wir wandern gemütlich nach Gillaus, hinunter zur Gillausklause, dann hinauf nach Purkersdorf, ein Stück die Straße entlang, bevor wir auf einen Feldweg zur Burg Hartenstein abbiegen. Das letzte Stück im Tal der Kleinen Krems zum Parkplatz zurück kennen wir bereits. Um dreiviertel vier Uhr sind wir bei den Autos. Der Besuch einer Konditorei in Weissenkirchen rundet den Wandertag in fröhlicher Geselligkeit ab.
Wir haben 600 Höhenmeter im Auf- und Abstieg bewältigt, 18 km zurückgelegt und waren fünf Stunden unterwegs.